PRODUKTE > Kürschners Volkshandbuch

Joseph Kürschner wunderte sich vor über 125 Jahren, dass es Bücher und Verzeichnisse selbst über fernste Länder gab, aber keines, dass die Mitglieder des Reichstages mit Bild und Biografie vorstellte. Also machte sich der erfolgreiche Lexikograph auf den Weg zum Reichstag, sammelte die Biografien aller Abgeordneten, bat höflichst um eine Fotografie und legte 1890 den ersten "Kürschner" vor: 4,7 Zentimeter breit und 7,4 Zentimeter hoch. Ein Büchlein für die Hosentasche, das sich zum Verkaufsschlager entwickelte.

Bis 1933 veröffentlichte der Berliner Hermann-Hillger-Verlag zu jeder Wahlperiode eine Ausgabe des rot-weißen Reichstagsbüchleins. Den Nationalsozialisten war der "Kürschner" allerdings suspekt, sie verhinderten weitere Ausgaben.

Nach dem Krieg erschien der Kürschner erst zur zweiten Wahlperiode des Deutschen Bundestages, 1953 - 20 Jahre nach seinem Verbot. Für 2,85 Mark kam das Buch damals in den Handel. Zwar hatte die neu gegründete NDV Neue Darmstädter Verlagsanstalt auch für den ersten Bundestag eine Veröffentlichung vorbereitet und bereits alle Biografien zusammengestellt. Doch ließ die Genehmigung durch die Bundestagsverwaltung so lange auf sich warten, dass der damalige Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur, Fritz Sänger, ein eigenes Verzeichnis vorlegte. Mit einem offiziellen Vorwort von Bundespräsident Theodor Heuss: Schon im ersten Satz erinnerte dieser an das alte Volkshandbuch Kürschners: "Wir haben es fleißig gebraucht, wenn bei der Lektüre der Parlamentsdebatten ein neuer Name auftauchte. Denn man wollte doch eine bestimmte Vorstellung gewinnen, woher der Mann kam, der da gesprochen hatte."

Heuss' Erinnerung an den alten Kürschner im Vorwort zu Sängers Handbuch des Deutschen Bundestags stieß auf fruchtbaren Boden. 1953 kam der erste Nachkriegs-Kürschner in gewohnter Aufmachung heraus, an dem der heutige Herausgeber Klaus-J. Holzapfel bereits mitwirkte. Seitdem erscheint das rot-weiße Taschenbuch regelmäßig, in der abgelaufenen 17. Wahlperiode sind sieben Kürschner-Ausgaben erschienen.

 

Die erste Ausgabe für den 18. Deutschen Bundestag wurde Anfang Februar 2014 veröffentlicht.


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Alte Kürschner-Ausgaben